NEWS von Freitag, 23.02.2018

Mitgliederversammlung
Rennverein baut auf deutsch-französische Kooperation

Straubinger Toto-Modell wird ausgeweitet – Sechs neue Ehrenmitglieder - Satzungsänderung

(trab-sr). In sehr harmonischer Weise verlief die diesjährige Mitgliederversammlung des Zucht- und Trabrennvereins Straubing am Mittwoch im Tribünenhaus. Vereinsvorsitzender Josef Schachtner blickte auf eine sportlich erfolgreiche und wirtschaftlich zufriedenstellende Rennsaison zurück. „Basis unseres Überlebens ist einzig und allein die Zusammenarbeit mit den französischen Partner und die Finanzierung der sehr erfolgreichen PMU-Mittagsrenntage in Straubing“, sagte Schachtner. Im Zuge der Mitgliederversammlung wurden einstimmig Satzungsänderungen angenommen, ebenso wurden zahlreiche Mitglieder für langjährige Zugehörigkeit zum Rennverein Straubing geehrt und ausgezeichnet.

Eine umfangreiche Tagesordnung hatte die Mitgliederversammlung des Straubinger Rennvereines abzuarbeiten, galt es doch eine umfangreiche Satzungsänderung zu beschließen. Darin weitet der Rennverein seinen Satzungszweck aus auf Tierschutz, Sport und bürgerschaftliches Engagement. „Wir sind in der Vergangenheit den neuen Vereinszwecken bereits nachgekommen, beispielsweise bei der Dopingbekämpfung oder der Förderung des Fahrernachwuchses“, sagte Vorsitzender Josef Schachtner. Zugleich wurden die Voraussetzungen geschaffen, um weiterhin als gemeinnütziger Verein den Aufgaben zur Abhaltung der Leistungsprüfungen nachkommen zu können. Einstimmig folgten die Mitglieder den Vorschlägen des Vorstandes.


Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Zucht- und Trabrennvereins Straubing ehrten Vorsitzender Josef Schachtner (r.) und sein Stellvertreter Dr. Reinhard Schmidt (v.l.) unter anderem das neue Ehrenmitglied Heinrich Hiendlmeier für 50 Jahre Mitgliedschaft, Franz Forstner (25 Jahre Mitgliedschaft) , das neue Ehrenmitglied Norbert Fuchs (50 Jahre Mitgliedschaft) und Ehrenmitglied Franz Voit (60 Jahre).
In seinem Rückblick auf die letzten beiden Vereinsjahre zeichnete der Vorsitzende ein vorsichtig optimistisches Bild. Der Rennverein habe die Talsohle in seiner wirtschaftlichen Entwicklung durchschritten und sei auf dem Weg der Gesundung, „auch wenn ich davor warne, jetzt die Hände in den Schoss zu legen und sich zurückzulehnen“. Der Verein könne mit den Einnahmen zwar Renn- und Trainingsbetrieb finanzieren, große Rücklagen für notwendige Investitionen oder Neuanschaffungen seien aber nicht vorhanden. Dass der laufende Betrieb finanziert werden könne, liege an der einmaligen Chance, die sich 2016 aufgetan habe, als Straubing in Kooperation mit dem französischen Wettanbieter PMU die ersten gemeinsamen Renntage in Straubing veranstaltet hat. „Diese Chance haben wir genutzt und sie sichert uns jetzt das Überleben. Ohne PMU-Rennen in Straubing würde es auf dieser Bahn keinen Rennbetrieb mehr geben und eine 145 Jahre dauernde Tradition wäre Geschichte.“

Zu dieser positiven Entwicklung habe auch das Interesse der bayerischen und österreichischen Aktiven beigetragen, so dass die Straubinger PMU-Rennen mit die höchste Starteranzahl verzeichnen, was sich wieder positiv auf den Wettmarkt auswirke. Dazu trage sicherlich das hohe Rennpreisvolumen bei, dass in diesen Rennen ausgeschüttet wird. Hinzu komme noch die bislang nur vom Straubinger Rennverein praktizierte Kooperation mit dem französischen Wettmarkt. „Mit dem ‚Straubinger Modell‘ sammeln wir alle in Deutschland getätigten Wetten, nehmen unsere Abzüge und Rennwettsteuer, und errechnen dann gemeinsam mit dem französischen Wettanbieter PMU eine gemeinsame Quote aus.“ Dies führe einerseits zu höheren Umsätzen, höherer Rennwettsteuerrückerstattung und damit Mehrwert für den Rennverein und den Rennsport. Aber auch die Wettkunden profitieren durch höhere Ausschüttungsquoten, stabilere Quote und ein umfangreicheres Wettangebot.

Ab März wird das „Straubinger Modell“ noch ausgeweitet. Demnach wird der Straubinger Rennverein eine Totalisatorerlaubnis für PMU-Rennen erhalten, die nicht in Straubing stattfinden. Die PMU-Rennen werden dann beispielsweise in Gelsenkirchen gelaufen, der deutsch-französische Wettmarkt wird in Straubing abgewickelt. Der Rennveranstalter in Gelsenkirchen erhält zur Finanzierung seiner Rennen die Einnahmen aus dem Wettumsatz von Straubing zweckgebunden zur Förderung der Landespferdezucht wieder erstattet. „Hier leistet Straubing einen wichtigen Beitrag für den gesamten deutschen Rennsport, um die Einnahmensituation auch der anderen Rennvereine zu verbessern“, sagte Schachtner, bei der Vorstellung des Modells. Dieses Modell kann dann für deutsche PMU-Renntag sowohl auf Trab- als auch auf Galopprennbahnen genutzt werden, sofern die Rennveranstalter es nutzen wollen. „Wir werden, sobald die Totalisatorerlaubnis offiziell vorliegt, die einzelnen Veranstalter über diese Neuerung informieren.“

Steuerberater Dr. Paul Kern stellte den Mitgliedern für das Geschäftsjahr 2015 den wirtschaftlichen Jahresabschluss vor. Kassenprüfer Hans Suss bescheinigte dem Vorstand und der Geschäftsführung eine einwandfreie Arbeit, so dass der Vorstand ohne Gegenstimmen entlastet wurde.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden auch zahlreiche Mitglieder geehrt und ausgezeichnet. Seit 25 Jahren im Verein sind Thomas Bräuherr, Franz Forstner, Hans Hollweck, Konrad Kulzer, Robert Schlecht und Max Thanner. Sie erhielten die silberne Vereinsnadel. Seit 40 Jahren ist Werner Hauck Mitglied, 60 Jahre gehören die Ehrenmitglieder Franz Schreyer und Franz Voit dem Rennverein an. Anlässlich ihrer 50jährigen Mitgliedschaft wurde die goldene Vereinsnadel und die Ehrenmitgliedschaft verliehen an Dr. Josef Erhardt, Norbert Fuchs, Franz Handerer, Heinrich Hiendlmeier, Hans Hutter und Siegfried Jahn.