NEWS von Mittwoch, 30.01.2019

Entscheidung zur Dreierwette der Aufsichtsbehörde vorgelegt


Im 4. Rennen des Renntags am 29. Januar 2019 kamen die Pferde Erasme du Vivier (FR) und DJ D'Urfist (FR) als erstes und zweites Pferd über die Ziellinie. Als drittes Pferd kam Elixir d'Andain (FR) ins Ziel, allerdings zehn Sekunden hinter dem Sieger, insofern „hinter der Flagge“. Das Pferd hat das Rennen abgeschlossen. Alle anderen Pferde waren disqualifiziert.

Die für die Rennveranstaltungen des Zucht- und Trabrennvereins Straubing gültigen Allgemeinen Wettbestimmungen sehen keine eindeutige Regelung für diesen Fall vor. Einerseits heißt es in den Wettbestimmungen, dass die Platzierung des Zielrichters für die Berechnung der Wettquoten entscheidend ist. Laut TRO wäre ein Pferd, das hinter der Flagge ins Ziel kommt, nicht platziert. Andererseits ist immer wieder die Rede davon, dass „Pferde die Ziellinie überqueren" und dies dann zur Quotenberechnung herangezogen werden muss. Eine klare Regelung, ob ein "hdF-Pferd" bei der Quotenberechnung zu berücksichtigen ist oder nicht, steht weder in den Wettbestimmungen noch in der TRO.

Totoleitung, Rennverein und ein in Angelegenheiten der TRO und Wettbestimmungen versierter Jurist haben unter Berücksichtigung der Bestimmungen in Trabrennordnung und Wettbestimungen entschieden, dass die Dreierwette unter Einbeziehung des dritten Pferdes ausgewertet und ausbezahlt wird.

Im Nachhinein ist festzuhalten, dass es bei näherer Betrachtung des Sachverhalts auch Argumente gibt, die dafür sprechen könnten, die Dreierwette nur auf Basis der auf dem ersten und zweiten Platz ins Ziel gekommenen Pferde zu berechnen.

Nachdem der Wettmarkt von einem hohen Vertrauensverhältnis der Wettkunden zum Totalisatorbetreiber abhängig ist, hat der Vorsitzende des Zucht- und Trabrennvereins Straubing, Josef Schachtner, bereits gestern nach der Abschlussbesprechung des Renntags entschieden, den Sachverhalt der für den Totalisatorbetrieb verantwortlichen Aufsichtsbehörde für den Totalisatorwettbetrieb in Bayern, der Landesanstalt für Landwirtschaft, zur Prüfung vorzulegen. Das entsprechende Schreiben ist bereits auf dem Postweg. Der HVT wurde ebenfalls in Kenntnis gesetzt.

Der Zucht- und Trabrennverein Straubing hat größtes Interesse, auch in Zukunft für die Wettkunden ein zuverlässiger und vertrauenswürdiger Partner und Wettanbieter zu sein.

Um künftig entsprechende Unsicherheiten zu vermeiden wird der Rennverein Straubing in Abstimmung mit weiteren Rennveranstaltern zudem folgende Schritte einleiten:

1.) Antrag beim HVT auf Abschaffung der hdF-Regelung, die international so nicht gehandhabt wird. Dies ist auch im Hinblick auf die laufende Vermarktung der Rennen notwendig.

2.) Bis die TRO entsprechend angepasst ist (sofern es dazu eine Mehrheit im HVT-Präsidium gibt), werden wir schnellstmöglich die Wettbestimmungen um den Passus ergänzen, dass hdF-Pferde für die Berechnung der Kombinationswetten zu berücksichtigen sind. Die Reihenfolge von hdF-eingekommenen Pferden ist durch die Zielfotografie festzustellen.