NEWS von Mittwoch, 09.09.2026
Mitgliederversammlung
„Ohne staatliche Unterstützung wird es schwierig!“
Josef Schachtner bleibt Vorsitzender des Straubinger Trabrennvereins
(trab-sr) Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend auf der Trabrennbahn Straubing hatten die Mitglieder eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten und bekamen von Vorsitzendem Josef Schachtner durchwachsene Vereinsergebnisse vorgelegt. „Wir werden ohne staatliche Unterstützung unserer Aufgabe, Leistungsprüfungen im Sinne des Tierzuchtgesetzes auf Dauer nicht durchführen können.“ Man blicke Aufgrund der laufenden Gespräche mit verschiedenen politischen Entscheidungsträgern aber zuversichtlich in die Zukunft und wolle Straubing in den kommenden Jahren fit machen, um Aktiven und Besitzern in Bayern mittelfristig optimale Rennbedingungen anbieten zu können. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden zahlreiche Mitglieder geehrt und ausgezeichnet. Bei den Neuwahlen wurde Vorsitzender Josef Schachtner im Amt bestätigt.
Trotz aller Einsparungen und wirtschaftlicher Betriebsführung leidet der Straubinger Rennverein immer noch an den Folgen der Corona-Krise und den steigenden Betriebskosten. „Wir schieben nicht nur ein negatives Vereinsergebnis aus der Corona-Zeit vor uns her, sondern müssen uns auch mit steigenden Betriebskosten auseinandersetzen,“ sagte Schachtner bei der Vorstellung des Geschäftsberichts. Die Möglichkeit, eine signifikante Anzahl von PMU-Renntagen im Jahreskalender einzubauen, sowie die Umsätze aus der Wettannahmestelle ermöglichen den laufenden Betrieb der Rennbahn in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten. Auch die Einnahmen aus der Vermietung des Rennbahnareals für Großveranstaltungen wie den Flohmärkten oder Reitturnieren federn das Defizit ab.
„Es steht außer Frage: Wir brauchen in naher Zukunft nennenswerte staatliche Unterstützung, ansonsten wird es schwierig, der staatlichen Aufgabe, Leistungsprüfungen zu organisieren und abzuhalten, weiterhin nachzukommen“, sagte Schachtner. Er verwies auf aktuell laufende Gespräche um die Frage, wie eine derartige staatliche Förderung finanziert und ausgestaltet werden könnte. Und er sehe den Staat auch in der Pflicht, schließlich sei mit Zulassung der Sportwette das einstige Privileg der Rennveranstalter auf ihre Rennen Pferdewetten anzubieten de facto wertlos. „Der Staat nimmt im Gegenzug Millionensummen aus Sportwettsteuer ein. Diese Einnahmen sind erst durch die Entwertung des Pferdewettprivilegs zustande gekommen. Zugleich falle Rennwettsteuer auf ausländische Pferdewetten an, die von deutschen Kunden bewettet werden. Von diesen Mehreinnahmen für den Staat brauchen wir einen Rückfluss.“
Neben dem Rennbetrieb seien auf absehbare Zeit auch Investitionen am Renngeläuf und in die Flutlichtanlage notwendig. „Unser Renngeläuf muss nach 22 Jahren wieder grundlegend neu aufgebaut werden und bei dieser Gelegenheit auch die Bögen stärker überhöht werden. Und unsere Flutlichtanlage aus 1965 muss modernisiert werden.“ Diese Investitionen seien aber auch nur mit nennenswerten staatlichen Zuschüssen aus dem Bereich Tierschutz und Energieeffizienz möglich. „Diese Investitionen sind notwendig, da wir in Straubing jetzt die Voraussetzungen schaffen müssen, um den Aktiven und Besitzern in Bayern die optimalen Voraussetzungen geben zu können, um hier ihre Pferde zu starten, sollte der Standort München-Daglfing einmal ausfallen.“ Dieser Verantwortung für den gesamten bayerischen Rennsport wolle und werde der Straubinger Rennverein gerecht werden.
Trotz der kritischen Rahmenbedingungen komme der Rennverein seiner satzungsgemäßen Aufgabe nach, Leistungsprüfungen abzuhalten und die Rennpferdezucht damit zu fördern. Dies sei auch nur durch die Unterstützung der Werbepartner und Sponsoren möglich, allen voran den Premiumpartnern wettstar.de und LOTTO Bayern, ebenso durch Entgegenkommen der Stadt Straubing. Durch die Kooperation mit NiederbayernTV sei der Straubinger Rennverein der einzige Rennveranstalter Deutschlands, dessen Rennen im frei empfangbaren Regionalfernsehen präsentiert werden.

Im Rahmen der Versammlung wurden zahlreiche Mitglieder geehrt und ausgezeichnet. Seit 25 Jahren sind der deutsche Vize-Besitzerchampion Hermann Lehner und ZTVSR-Vorstandsmitglied Walter Wuttke Mitglied beim ZTV Straubing. Seit 40 Jahren gehören Gerhard Biendl, Klaus Hagn, Anton Heinzlmeier, Anton Okerst, Dr. Konrad Schwarz, Josef Stelzl, Hans-Jürgen Suss und Gerhard Zwickel dem Verein an, seit mittlerweile 60 Jahren ist Siegfried Jahn Vereinsmitglied. Seit 50 Jahren gehören Dr. Günther Gawlik und Werner Hauck dem Rennverein Straubing an. Als Zeichen des Dankes und der Ankerkennung für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde ihnen einstimmig die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Bei den Neuwahlen wurden Vorsitzender Josef Schachtner mit großer Mehrheit wieder im Amt bestätigt. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Züchter und HVT-Präsidiumsmitglied Dr. Anton Peter Graßl. Als Beisitzer komplettieren Thomas Bräuherr, Lothar Waldsperger und Walter Wuttke das Vorstandsteam. Als Kassenprüfer wurden Isolde Berger und Robert Haimerl gewählt. Vorsitzender Josef Schachtner dankte seinem scheidenden Viz Dr. Reinhard Schmidt, der auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Wahl angetreten ist, für über 20 Jahre Mitarbeit in dieser wichtigen Funktion, was die Mitgliederversammlung mit ausgiebigen Applaus unterstrichen hat.









